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Risse | Part 1

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„So kann das nicht mehr weiter gehen. Du musst endlich damit aufhören! Lange kann ich die nicht mehr hinhalten“

Ninetynine wandte sich vom Fenster ab, wo sie gerade noch die Meute ungeduldiger Besucher beobachtete und warf Nalar einen erwartungsvollen Blick zu. Doch er nahm keine Notiz von ihr. 

In Gedanken versunken saß er immer noch an seinem Tisch, vergaben in Worten und Bildern unzähliger Skripte. Ninetynine seufzte leise und ließ den Kopf hängen, sich wieder ins Bewusstsein rufend, von ihm abgewiesen worden zu sein.

„Herzchen…..Nalar…… hör endlich auf mit dem Kram. Es macht dich fertig und ich will und kann mir das nicht länger mit ansehen!“.
In ihrer Stimme lag der Klang der Besorgnis und das nicht ohne Grund. Seit sieben Tagen saß er da, zusammen mit Fionel , nie schlafend ,ruhend, noch was essend.

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Schweigend ging er Wort für Wort, Bild für Bild durch , um sie Fionel bereit zu legen, die sie mit unaufhörlichem Eifer in die Schriftrolle webte. Doch das war nicht der Auslöser ihrer Sorge um Nalar. Es waren diese Unmengen an Manuskripten. Irgendetwas schienen sie mit ihm zu machen.

Etwas beängstigendes. Jedes Mal wenn Fionel die letzte Naht eines neuen Werkes platzierte, löste es etwas in Nalar aus, ein Ausbruch von Emotionen als ob er selbst in diesen Erinnerungen leben würde. Nicht selten wurde Ninetynine durch wutentbrannte Schreie, bestürzendes Schluchzen oder überschwängliches Gelächter aus ihrem Schlaf gerissen. Schockiert schaute sie jedes mal nach ihm, nur um festzustellen dass diese heftigen Ausbrüche genauso schlagartig verstummten wie sie begonnen.

So konnte sie nur murmelnd und grummelnd versuchen wieder Schlaf zu finden, bevor die nächste Attacke begann. Ninetynine schaute wieder zum Fenster raus, dwo mal wieder reger Aufruhr herrschte. Der kleine schäbige Vorplatz ihres Häuschen war gefüllt mit Schaulustigen, die lauthals fast im Chor nach Einlass schrien.
„Nun reicht es!“

Ruckartig drehte sie sich auf dem Absatz , so heftig dass sie fast das Gleichgewicht verlor und Tiny, der sonst diese seltsamen Bewegungen gewohnt war, mit einem sausenden Ton aus ihrem Ohr heraus schleuderte. Mit großen schweren Schritten stapfte sie auf Nalar zu, knallte ihre Hände auf den Tisch und starrte ihm, mit finsteren Augen, direkt ins Gesicht. Doch Nalar nahm keine Notiz von ihr, weiterhin vertieft in seinen Schriften.

„Jetzt sag doch mal endlich was! Diesen Zustand kannst du doch nicht ewig halten und ich erst recht nicht. Zudem schadet es meinem Geschäft extrem , dabei hast du doch versprochen ,dass es mir damit besser geht und nun dieser Mist hier. Gefangen in meinem eigenen Haus, der Gefahr ausgesetzt in der Luft zerrissen zu werden, wenn ich nach draußen gehe. SAG WAS!!!“.

Nalar schreckte plötzlich auf. Ninetynine fiel fast rücklinks zu Boden. so überrascht war sie von seiner Reaktion. Doch sie fing sich gerade noch und blickte erwartungsvoll zu ihm.

Nalar würdigte sie allerdings keines Blickes und rollte Stumm seine Schriftrolle zusammen. Fionel legte sich wieder leblos auf seine Schulter. Er band die Rolle zügig an seinen Gürtel und sprach die ersten Worte seit einer Woche
„Es ist nun soweit. Lass uns sie holen.“
Zielgerichtet ging er zur Eingangstür und öffnete sie schwungvoll.

 

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Risse | Part 2

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Nalar stand auf der alten maroden Terrasse und ließ seinen Blick über die Menge an Leute schweifen. Laute Stimmen und Rufe schallten umher, unmöglich auch nur eine davon heraus filtern zu können.


Er ging die rissigen Stufen der Terrasse herab und drängte sich in die große Traube von Gemdolls. Völlig überrascht von seinem Erscheinen, huschten die ersten Besucher panisch zurück und öffneten somit eine kleine Gasse, durch die Nalar mit ruhigen Schritten entlang ging.
Das Raunen wurde immer lauter und die Dolls drängten so dicht wie möglich aneinander, um einen Blick auf den seltsamen Wanderer zu ergattern. „Meine Werten Gemdolls -“ Die Menge verstummte schlagartig.“- lange ließ ich euch warten, doch bin ich dankbar….sehr dankbar. Durch euch lernte ich was es bedeutet, die Bürde der Emotionen zu tragen.

Was es bedeutet eine Erinnerung mit der Gabe des Gefühls, ungeachtet ihrer Herkunft, so lebendig werden zu lassen.“ Kurz hielt er inne, als ob er durch die Pause seinen Worten mehr Kraft verleihen wollte. „Als Dank eures tiefen Vertrauens, möchte ich euch nun ebenfalls etwas ganz Besonderes anvertrauen.“ Nalar drehte wieder um und mit einem kurzen Wink forderte er die Dolls auf, ihm zu folgen.
Er öffnete die Tür des alten Häuschens und wanderte zu seinem Tisch, lehnte sich an ihn und wandte sich den ihm folgenden Gems zu. Mit einer weiten Geste deutete er durch Ninetynines Haus und die Leute musterten mit ihren Blicken das innere des seltsamen Ortes.
„Dies ist das Geschäft der 99 Kuriositäten und ihre Inhaberin Ninetynine.“, fuhr er fort und deutete in die Ecke, in der sich die kleine Doll, immer noch aufgebracht, zurück gezogen hatte. Ninetynine drehte ihren Kopf beleidigt zur Seite und gab einen knappen, zischenden laut von sich. „Ohne ihre tatkräftige Unterstützung, wäre all das nicht möglich gewesen, wäre es mir nicht möglich gewesen die Tage zu überstehen….“
Nalar lächelte seicht und auch Ninetynine‘s Ohren zuckten aufgeregt bei seinen Worten. „Nun schenke mir und deinen wunderbaren Besuchern deine Aufmerksamkeit und zeige uns die Wunder Docordis.“ Er schritt durch den Raum auf sie zu und reichte ihr helfend seine Hand.
Ninetynine drehte kurz ihren Kopf über die Schulter, doch wandte sich sofort wieder ab, gefolgt von weiteren zischenden Lauten. Nalar beugte sich vorne über, dichter an ihr Ohr und flüsterte in sanften Tönen „ Ich habe viel verlangt. Doch bliebst du stark und ließt mich nicht im Stich. Die mir von dir geschenkte Zeit kann ich dir nicht zurück holen, doch habe ich noch etwas für dich.“
Ihre Ohren richteten sich weiter auf und sie schenkte ihm einen aufmerksamen Blick. Zu sehr wollte sie wissen, was er für sie hatte. „Nur wenn ich noch so‘ne rote Pearl bekomme.“, antworte sie harsch und verschränkte zickig ihre Arme. Nalar lächelte kurz und zückte eine rote Pearl aus einem seiner Beutel. Kaum herausgehoben, riss Ninetynine die Perlenkette gierig an sich. Entzückt schaute sie auf das kleine Edelstück.
Die Flammen, die der Perlenkette inne wohnten, spiegelten sich lederner in ihren Augen wieder. „ Nun gut, machen wir uns mal ans Werk .“ Mit einem kurzen Satz richtete sie sich auf, klopfte ein wenig Staub von ihren Schultern, zog einige Falten aus ihrem Kleidchen, räusperte kurz und sprach mit einer ungewohnt seriösen, eindringlichen Stimme: „ So hört, hört!“ Die Traube der Leute , immer noch abgelenkt von den Kuriositäten des Geschäfts, drehte sich erschrocken in ihre Richtung.
„ Ich heiße euch Willkommen in ‚Ninetynines 99 Kuriositäten‘! Ein Ort voller Mysterien, Geheimnisse und Wunder!“ Stark gestikulierend, untermalte sie ihre Worte, schlenderte gekonnt an den Besuchern vorbei und stellte sich hinter ihren Tresen. „Mein Assistent Tiny -“
Die kleine Spinner kroch schüchtern aus ihrem Ohr hervor, seilte sich auf den Tresen herab und versteckte sich hinter einer der Phiolen „-und meine Wenigkeit, werden euch hier wahre Außergewöhnlichkeiten der antiken Magie anbieten. Dinge die euer Herz bisher noch nie begehren konnte, da ihr nicht mal wusstet, dass sie existieren. Wünsche erfüllen die nicht mal in sonderbarsten Träumen zu finden sind. So schaut her!“
Zügig griff sie nach einer gelblich schimmernden Phiole und riss dabei gleich zwei weitere vom Regal, gefolgt von Gelächter der Schaulustigen. Ninetynine räusperte auffällig Laut und warf einen fiesen Blick in die Menge, woraufhin diese schlagartig verstummte. „Die Tränen des Nebels.“ Sie hob die Phiol empor und die Leute raunten leise. Ninetynine zupfte den Korken heraus, gefolgt von einem kleinen Zischen und träufelte sich einige Tropfen der seltsamen Flüssigkeit auf die Hand.
Es begann laut zu dampfen und ehe man sich versah, entwichen große Nebelschwaden aus den wenigen Tropfen und formten einen Nebelring um ihr Handgelenk. Die umher stehenden Dolls schrien begeistert auf, einige applaudierten lautstark.
Ninetynine lächelte selbstgefällig und fuhr fort: „ Dieses und viele andere Wunder brachte uns der Wanderer. Und all dies könnt ihr exklusiv hier erwerben, im ‚99ers‘ und das, für nur ein paar wenige eurer Pearls.“ Es wurde laut in dem Geschäft.
Nie zuvor haben sie solche Sonderheiten gesehen, nie gab es etwas, das eine Doll in dieser Form verwandeln konnte. Kreischend rückten die Dolls näher an den Tresen und wedelten aufgeregt mit ihren Pearls, um ein paar Tropfen des Zaubers zu ergattern....

 

Risse | Part 3

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Nalar nutzte die Gunst der Unaufmerksamkeit um sich nun endlich selbst etwas in dem Laden umzuschauen. Denn wenn Ninetynine ihr Wort behalten haben soll, dann muss es hier irgendwo sein. So wanderte er, Regal für Regal absuchend, zwischen den schmalen Gängen umher.

„Es muss doch hier irgendwo sein.“ Er stupste, mit seinem Finger vorsichtig auf Fionel.

„Du musst mir noch einmal helfen.“
Die kleine Nadel zuckte kurz, flatterte aufgeregt mit ihren Flügelchen und kreiste Geschwind einige Runden um Nalar.

„Du weißt was wir suchen, finde es für mich, bitte.“ Fionel wippte auf und ab, ähnlich eines bestätigendem Kopfnicken und sauste los.

Sie hielt kurz an einem Objekt im Regal inne und zeigte prüfend darauf, ehe sie sich dem nächsten zuwandt. Kurz dachte Nalar daran, Ninetynine um Rat zu fragen, doch ein Blick Richtung Tresen bestätigte ihm, dass dies wohl keine so gute Idee war.
Die kleine Doll war eifrig damit beschäftigt, weitere ihrer und Nalar´s Wundern, der aufgelebten Menge von Kauffreudigen vorzuführen. Gierige Hände griffen nach ihr und ihren Habseligkeiten. Ninetynine hatte viel Mühe dabei, die verzweifelt rufenden Leute von ihr fern zu halten.

Auch Tiny hatte den Mut gefasst, hinter den Phiolen wieder hervor zu kriechen und krabbelte ,bedrohlich piepsend, über die herannahenden Hände, deren Besitzer kreischend zurück schreckend.

„Nein, wohl keine gute Idee.“ flüsterte sich Nalar kopfschüttelnd zu.

So suchten er und Fionel zügig weiter, solange sie noch unbeobachtet blieben. Auf einmal flatterte Fionel aufgeregt umher, zischte zu Nalar herüber und signalisierte mit ihren Flugeinlagen ihr zu folgen. Er nickte bestätigend und folgte ihr durch den Gang.
In einer schlecht belichteten Ecke an einem staubigen alten Regal machte sie halt und deute mit ihrer Nadelspitze auf die untere Regalreihe.

Nalar ging auf die Knie, beugte sich vorne über und griff nach einem modrigen, alten Buch. Vorsichtig zog er es heraus, pustete sanft den Staub vom Deckel und inspizierte es genauer.

„Nach all den Jahren des Suchens…….“.

Es war ein sehr großes, schweres Buch. Das Einband war schon sehr abgenutzt, und der dicke Staubfilm auf ihm bestätigte, dass es schon sehr lange nicht mehr in Hände genommen wurde, geschweige denn gelesen wurde.
Der Deckel war sehr schlicht gehalten, keine Verzierungen, keine beschlagenen Rahmen, nur ein einfarbiges tristes Grau füllte die Hülle aus. Das einzige besondere, was an diesem Buch auszumachen war, es trug keinen Titel.

Nalars Augen waren weit aufgerissen, wie hypnotisiert schien das Buch ihn zu zwingen, alle Gedanken auf es zu fokussieren.
Langsam öffnete er den Deckel und widmete seinen Blick der ersten Seite, als er plötzlich von einem lauten Geräusch aus seinen Gedanken gerissen wurde und aufgeschreckt den Deckel zuknallte, begleitet von einer dick aufpuffenden Staubwolke. 

„ HEY! WAS SOLL DAS DENN HIER?“

Das Geschrei schien vom Tresen her zu kommen und Nalar richtete sich langsam auf , um vorsichtig hinter den Regalen hinüber zu schauen.
„Das ist ja Wucher!!!“ Dieses mal war es einen andere Stimmfarbe, doch ehe er ihren Ursprung Orten konnte, tönte es zugleich aus einer weiteren Richtung.
„Tolle Wunder sind das. Pah Wanderer schimpft er sich! Scharlatarn!“ Eine Frau stapfte wutentbrannt aus dem Geschäft, hinter sich, laut hörbar, die Tür ins Schloss fallend.

„Vieles kann man ja anpreisen, aber wer soll dass denn bezahlen, wenn der einzige der die Währung dafür hat, nichts davon rausrückt!“ 

Weitere Dolls verließen zügig das Geschäft und Ninetynine zuckte jedes Mal zusammen wenn die Tür ins Schloss donnerte.

„Wo wir eigentlich davon sprechen! Wo ist dieser „Wanderer“ eigentlich. Wieder mal verschwunden.“
Die übrigen Dolls blickten suchend durch das Geschäft bis eine ihn in der hinteren Ecke entdeckte.

„Dort. Dort drüben ist er!!!“
Viele Schritte trampelten über die alten Dielen in seine Richtung, und nur wenige Sekunden dauerte es, bis Nalar wieder von einer Traube Gemdolls umstellt war.

„Du tauchst bei uns auf, versetzt die ganze Stadt in Aufruhr um uns was zu zeigen? In ein dreckiges Loch hat du uns geführt, um dich dann Tage lang in diesem heruntergekommen Laden zu verkriechen. Und dann, wenn wir endlich hier rein dürfen, zeigst du uns „Wunder“ für die wir Unmengen an Pearls bezahlen müssen, die keiner aufbringen kann. Und wieso? Weil dieser Wunderknabe sie alle für sich selbst behält! “ die wütende Doll zeigte ihm die Pearl vor.

„Wenn ihr mich fragt, nichts weiter als Betrug und wertloser Müll!“ zornig schmetterte er die Pearl auf den Boden. Doch Nalar ließ sich nicht aus der Fassung bringen, beugte sich vor und hob die Perle wieder auf. Vorsichtig wischte er den Staub von ihr herunter und steckte sie in eine Tasche, die er aus einem Regal griff. Er ging auf die Gemdoll zu und überreichte ihr die Tasche. Misstrauisch nahm sie diese entgegen, sichtlich verwundert über Nalars Handlung. 

„Gab ich euch denn weniger als ich versprach? Für den Einblick in eure Erinnerungen, gewährte ich euch nun einen Blick in die meinige. So seid ihr nun bereit meine Pearls aufzubewahren. Um deren Macht nutzen zu können, bedarf es jedoch einiger weiterer Aufgaben.“ Nalar wandte sich um und nahm das alte graue Buch und schlug es auf. Wie aufgeweckt flatterten 5 Pergament von seinem Tisch hinüber zu dem Buch und heften sich zwischen die Seiten.“ Besondere Gedanken werden hier verewigt in dem Buch der Geschichte….. Meiner Geschichte.“ Er blätterte zügig durch die Seiten, die alle unbeschriebene waren, bis auf diejenigen die sich neu dazu gesellt haben. 

„ Jeder von euch kann die Geschichte erweitern, jeder hat die Gabe ein Teil der Geschichte zu werden. Helft ihr mir sie zu vervollständigen, so helfe ich euch meine Relikte schätzen zu lernen und sie bewusst einzusetzen. So schenke ich euch nun die Pearl Taschen. Damit erhaltet ihr genügend Macht meine Pearls sicher aufzubewahren. Allenfalls müsste ich mir der Gefahr leben, dass sie in Unachtsamen Händen kollabieren könnten.“ Nalar schlug das Buch zu und legte es auf einen Stuhl, ehe er mit einer schwungvollen Geste Fionel zu sich rief. 

„ Tragt Fionel euren Wunschentwurf vor und sie wird euch eine Tasche anfertigen. Sobald ihr eine erhalten habt, kehrt Heim und sucht mich morgen wieder auf. Denn bald wird es neue Aufgaben geben, die unser Vertrauen vertiefen wird und euch neue Pearls einbringt .“

Verwirrt schauten die Gemdolls drein, doch ein so schönes Geschenk konnten sie nicht ausschlagen. So wob Fionel geschwind Tasche für Tasche und eine Doll nach der anderen verließ strahlend das Geschäft .Er richtete sich inzwischen an die 5 Dolls, deren Erinnerungen in das Buch hinein gewandert waren und überreichte ihnen die versprochene Erdpearl. " Vielen Dank für eure kostbaren Geschichten und Erinnerungen:

Choco Binara, Hannah Schmitz, Franziska Knopp, Fabienne Re und Nathalie Hett ."

Die letzte Gemdoll trat aus der Tür heraus, gefolgt von Ninetynine's ungläubigen Blicken, die die es nicht fassen konnte ,ihren Laden wieder leer vorzufinden. 

Sie eilte zu ihm herüber, der indessen das titellose Buch zu seinem Tisch brachte und es akribisch inspizierte.
„ Wie? Wie machst du das jedes mal. Zauberst ein paar Dinge aus deinem Hut, redest melancholischen Zeugs und alle sind wieder Happy .“ Plusterte es aus ihr heraus. 

„Ah. Ninetynine. Schau ich hab es endlich gefunden!“ ihre Worte ignorierend, präsentierte er ihr stolz das heruntergekommene Buch.

„Aaahaaaa…..“ stöhnte sie, während ihr Blick argwöhnisch über das Buch streifte. „Solange du gefunden hast was du gesucht hast. Aber kommen wir doch mal zu meinem Geschenk. Irgendwas hattest du doch vorhin erzählt!“ aufgeregt klatschte sie in die Hände.

Nalar legte sein Buch zur Seite, stand auf und begann diverse Dinge aus jeder Ecke des Ladens zusammen zu suchen. Genervt folgte ihm Ninetynine, aber jedes mal wenn sie versuchte ihn anzusprechen, huschte er schon wieder an ihr vorbei. Nach einer Weile hatte er einen beachtlichen Haufen an seltsamen Teilen auf dem Tisch versammelt, von denen nichtmal Ninetynine wusste, dass sie solche besaß.
Nalar setzte sich wieder auf seinen Stuhl und fing gleich an die Teile zusammen zu setzen.
„Diese nennt man ein Alchomathicerium. Es gibt nur noch wenige davon.“ Erklärte Nalar während er weiterhin die Teile an ihre Positionen brachte. 

„Ein Alchi was?“ Fragte sie, während sie einige der Teile prüfend in die Hände nahm.

„Vor langer Zeit, bevor man das Wissen über Magie und gehobener Mathematik erworben hatte, wurden die großen Lehren über die Welt mit Alchemie erklärt. Equivalenz…. Gebe etwas eines Ursprungsmaterials her um etwas neues im gleichen Wert zu erhalten. So forschen unzählige Köpfe an Schöpfungen, Werkzeugen und vielen anderen Dingen. Jedoch waren die Erfolge meist nur sehr gering. 
Bis eines Tages eine Gemdolls den Versuch anstellte physikalische und alchemistische Weisheiten zu vereinen, und dieses Gerät erfand. Das Alchomathicerium . Es besitzt die Funktion Urelemente in gänzlich neuer Anordnung zu erschaffen, sowie zum Beispiel der Trank der Nebelringe entstehen lässt. Ich habe diese Erfindung über Jahre hinweg so umfunktioniert um es mit meinen Pearls zu kombinieren. Manche nennen ihn auch den Perlenbrecher. Lass es mich dir zeigen.“

Nalar brachte das letzte Teil an und ein seltsames Gebilde stand dort. Es glich einem Murmelspiel, wie man es auf den Märkten oft sah, doch weitaus komplexer. Es surrte, klimperte, überall drehten dich kleine Rädchen und Ringe. 
Nalar griff einen seiner Beutel und zückte eine Wind – und Wasser Pearl. 

Er legte sie in einen oben angebrachten Trichter und zog an einem Hebel. Es zischte laut und eine Dampfwolke signalisierte dass sich die Maschine in Gang gesetzt hat. Die Perlenkette rutschten an einer kleinen Laufschiene herab und verschwanden im Inneren des seltsamen Apparates. 
Zügig zog er an diversen Hebeln, legte da einen Schalter um, drehte da an einem Rädchen. 
Ninetynine stand der Mund weit offen. Noch nie hatte sie so etwas faszinierendes und seltsames zugleich gesehen und noch wunderlicher fand sie, dass Nalar diese Apparatur so selbstsicher bediente.

Plötzlich knallte es aus dem Inneren und Nalar war wieder dabei unzählige Einstellungen zu verändern. Das Zischen wandelte sich in ein Ohren schmerzendes Pfeifen.
„ES IST SCHON ETWAS EINGEROSTET.“ Nalar versuchte den gewaltigen Lärm zu übertönen.
„JETZT KOMMT DIE LETZTE PHASE. SCHNELL! STELL EINE PHIOLE UNTER DEN HAHN.“

Ninetynine suchte panisch nach einer gläsernen Flasche und stellte sie wie befohlen unter.
Der Lärm nahm weiter zu beide hielten sich mit schmerzverzerrter Miene die Ohren zu und ein letzter donnernder Knaller beendete den Lärm schlagartig.

Gespannt waren ihre Blicke auf die Phiole gerichtet.
Kleine, kaum sichtbar, gelb schimmerndeTropfen, ronnen aus dem Hahn, einer nach dem anderen in die Flasche. 
Nach einer Weile war die Flasche gefüllt. Nalar nahm sie auf und ließ das innere im Schein der Kerze leuchten. Kurz lächelte er und wandte sich dann zu Ninetynine. 

„Die Tränen des Nebels. Wundervoll nicht wahr?“ Er übergab ihr die Phiole und sie inspizierte das innere immer noch mit aufgerissenen Mund. 

„So und nun bringe ich dir bei wie man sie bedient.“
Er entwirrte den Beutel von seinem Gürtel und entleerte den Inhalt auf dem Tisch. Hunderte Wind und Wasser Pearls lagen dort. Er nahm wieder zwei auf, legte sie in den Trichter und zog Ninetynine zu sich.

„Lass uns beginnen“…..

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Risse | Part 4.1

 

TACK, Tack, tack, ta……. TACK, Tack, tack, ta…….. Seine Schritte hallten übermäßig laut von den Wänden der finsteren Gänge ab, während er sich einen Weg tiefer hinab suchte. Sie waren behutsam, denn er konnte kaum einen Meter weit schauen. 


Zügig holte er eine weitere Feuerpearl aus seiner Tasche hervor, zerbrach sie in seinen Händen und ein fahler Lichtschein offenbarte ihm eine notdürftig aus den Felsen geschlagene Treppe, die sich windig ihren Weg immer tiefer in die Dunkelheit bahnte.


Er hielt kurz inne, schon zu lange war er hier unten gewesen. Langsam aber sicher nagte die Dunkelheit an seinem Verstand. Immer wieder hatte er das bedrohliche Gefühl, etwas würde ihn verfolgen.

 

Nalar löste die Schriftrolle von seinem Gürtel und schlug sie mit einem weiten Schwung auf. Primitive Bilder einer alten Weberei waren im flackernden Licht der kleinen Pearl zu erkennen.
Am unteren Ende war eine sehr kryptische Schrift Schrift eingewoben.
Nalar hatte diese Schrift schon einmal gesehen, jedoch konnte er die Symbole in keinster Weise deuten.
Lediglich das zweite Wort „KOMM“ öffnete sich vor seinem geistigen Auge. Als ob es nach ihm rufen würde. 
War es wirklich ein Ruf?

Waren diese Zeichen wirklich von tieferer Bedeutung? Wie die Antwort auch sein möge. Seine Neugier trieb ihn blindlings an diesen Ort und es war nun zu spät um umzukehren. Doch ehe er sich zu sehr Gedanken über die Bedeutungen der Symbole machte, ließ er seinen Blick zurück auf die alten Bilder wandern.
Denn diese gaben ihm weitaus mehr Halt in seinem Glauben, hier unten etwas bedeutungsvolles zu finden.
Anfangs waren waagerechte Striche zu sehen. Sie waren unregelmäßig, untereinander versetzt angeordnet, ähnlich der Stufen einer Treppe. Der Rolle weiter folgend, zeigten die Bilder einen großen Raum. Überall waren wieder diese Symbole eingewoben. Am Endes des Raumes konnte man auf den Bildern eine Figur erkennen. Sie sah einer Doll sehr ähnlich. Um sie herum waren wieder drei Worte in der seltsamen Sprache angeordnet.
Zügig wickelte er die Schriftrolle wieder auf, band sie an seinem Gurt fest und machte sich daran weiter hinab zu steigen.
„Schhhsh…...erweshhhshhhhh…...ih……..“
Erschrocken wandte sich Nalar um. „ Wer ist da?“ Rief er in die Dunkelheit hinein, doch nur das endlose Echo seiner Worte antwortete ihm. Vorsichtig setzte er seinen Weg in die tiefe weiter fort.

Ihn wollte jedoch das Gefühl nicht loswerden, dass etwas ihm folgte.
Langsam spürte er, dass die eigenartige Treppe flacher wurde, bis sie endlich endete.
Seine Feuerpearl glimmte noch einmal hell auf, ehe sie erlosch. Doch er wollte noch keine neue entzünden, der Abstieg dauerte weitaus länger als er erwartete und zu wenige von den Pearls waren ihm jetzt noch geblieben.
So tastete er sich vorsichtig an den felsigen Wänden voran, gefolgt von dem eindringlichen Echo seiner Schritte. 
Plötzlich griffen seine Hände in die Leere und er war sich sicher, dass sein Weg ein Ende gefunden hatte . Nalar zückte eine weitere, seiner wenigen, Feuerpearls und entzündete diese erneut. Eine riesige Halle offenbarte sich vor seinen Augen, gehüllt in den rötlichen Schein der Pearl.
Genauso wie auf der Zeichnung, waren in den Wänden unzählige Symbole der seltsamen Schrift gemeißelt. 
Er schritt näher an die Wände heran und fühlte mit den Händen über die eingelassen Symbole. Seine Finger folgten den seltsamen Linien. 

KLACK. Sein Blick huschte augenblicklich in die Richtung des Geräusches. Waren das Augen? Zwei weiße leuchtende Kreise starrten ihn aus sicher Entfernung direkt an.
„HEY! Wer bist du?“ Doch wieder antwortete ihm nur das unheilvolle Echo seiner eigenen Stimme.
Nalar blinzelte kurz auf, versuchte den Blick wieder in die Richtung der Lichter zu richten, doch sie waren verschwunden. Ihn überkam wieder dieses unbehaglich Gefühl, nicht allein hier unten zu sein.
Da fiel sein Blick auf eine seltsame Gesteinsformation in der Mitte des Raumes.

Behutsam ging er auf das Gebilde zu. Es sah seltsam unnatürlich aus. Die Form glich sehr dem Körper einer Gemdoll, doch wirkte sie unfertig, wie das angefangene Werk eines Bildhauers. Nalar untersuchte die Skulptur genauer. In Bauchhöhe waren ebenfalls wieder diese seltsamen Symbole eingearbeitet. Da fiel ihm plötzlich das Funkeln des Edelsteins auf, der an derselben Stelle eingelassen war, wie bei den anderen Gemdolls.
Jedoch waren um den Edelstein drei Kerbungen eingearbeitet. War dies etwas auch eine Gemdoll? Nalar griff in seine Tasche und suchte einen kleinen gräulichen Stein heraus. Woher hatte er gewusst, dass er den bei sich trug? Als er ihn näher untersuchte viel ihm auf, dass auch auf diesem eine seltsame Rune gezeichnet war. Hatten dieser Stein und diese Skulptur etwa eine Verbindung? Er konnte einfach nicht anders. Langsam legte er den Stein auf eine der Kerbungen und bemerkte, dass sie perfekt ineinander passten. Ehe er den kleinen Stein zurück ziehen konnte, schmiegte er sich in die Form und die eigenartige Rune begann grün zu leuchten.

Ein lautes Krachen ließ Nalar zusammen fahren. Nervös schaute er sich umher. Staub und Geröll rieselten von der Decke und die gesamte Halle begann bedrohlich zu stöhnen.
Hatte er noch mehr solcher Steine? Unruhig suchte er durch seine Taschen und fand noch einen zweiten Stein. 
Er hatte keine Zeit, sich selbst zu hinterfrage, woher diese seltsamen Relikte auf einmal kamen.
Wieder trat er an die Skulptur heran und legte den Stein auf die Kerbe rechts vom Gem. Auch dieser schmiegte sich direkt an und leuchtete grün auf.
Doch eine Kerbe oberhalb des Edelsteins war noch frei. Nalar wühlte weiter in seinen Taschen, doch konnte er keinen erfühlen. 
Die Halle bebte noch kräftiger als zuvor. Einige Steine landeten nur knapp neben dem Wanderer. Nervös löste er die Beutel von seinem Gürtel und leerte dessen Inhalt auf dem kalten Boden.
„Hier muss doch noch einer sein!“
Er suchte mit seiner flammenden Pearl den gesamten Inhalt ab, doch es waren nicht mehr als nur weitere Pearls zu finden.
Das Beben nahm weiter zu und ein ohrenbetäubender Lärm signalisierte ihm, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleiben würde, entweder das Rätsel zu lösen, oder schleunigst aus dem felsigen Gefängnis zu entkommen.

Im letzten Augenblick bemerkte er wie ein gigantischer Felsen von der Decke, geradewegs auf ihn herab fiel. Schnell riss eine Windpearl an sich und warf sie dem steinernen Ungetüm entgegen. Der heftige Windstoß konnte den Felsen gerade noch wenige Meter umlenken, sodass er ein Stück entfernt neben ihm auf schlug.
So konnte es nicht enden! Nalar lass dir was einfallen !
Sein Blick wandte sich wieder der Skulptur zu und ein eisiger Schauer durchzog seinen Körper. Eine Gestalt mit zwei weiß leuchtenden Augen, fixierten ihn. 

Nalar brach eine Erdpearl auf und warf sie hoch in die Luft, während sich aus ihr ein Haufen Erde ergoss. Mit der anderen Hand kombinierte er die Feuerpearl mit einer weiteren Windpearl und ein wirbelnder Feuersturm schoss aus seiner Hand hervor, den er mit kreisenden Bewegungen auf den fallenden Haufen Erde richtete. In kürzester Zeit brannten sich die Elemente zu einem spiralförmigen Schild zusammen, welches er kurz vor dem Boden auffing und schützend vor sich hielt.
Die drei Pearl erloschen vollends und der immer noch heftig stöhnende und bebende Raum, verschwand wieder in kompletter Dunkelheit, sodass nur noch die zwei bedrohlichen Augen unaufhörlich in seine Richtung leuchteten.


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Risse | Part 4.2

 

Nalar rannte durch die Wälder so schnell ihn seine Beine tragen konnten. Sein Blick richtete sich immer wieder auf die verhängnisvollen Wolken, die sich im Norden um die Gebirgsketten bildeten.
War er wirklich dafür verantwortlich? Wieso nur hatte er das nicht vorher kommen sehen?


Er musste schnell sein, noch viel schneller.
Die Auseinandersetzung in der tiefen Höhle hatte ihm sehr stark zugesetzt.
Dieses seltsame Wesen……
Hatte diese Doll es wirklich vollbracht, einen Schatten zu bändigen?
So eine ungeheure Macht.
Nachdem der Schatten und Nalar sich berührten, hat sich irgendetwas in ihm verändert.
Nicht nur dass er sich entkräftet fühlte. Nein irgendetwas in ihm war im Wandel, das konnte er genau spüren.
Nalar hatte jedoch keine Zeit, weitere Gedanken dahingehend zu vertiefen. Er musste einfach weiter.
Schon zu lange eilte er durch die Wälder und mit jeder voranschreitenden Stunde, wurden die Wolken immer größer und bedrohlicher.

Wütend schrie er in den Wald hinein. Ein stechender Schmerz machte sich über seinem Gesicht breit, sodass er auf die Knie sackte und es in beiden Händen schützend vergrub.
Was war das? Es brannte so unerträglich.
Nalar schleppte sich zu einem nahegelegen Fluss.
Er streckte seinen Kopf über den Uferrand und betrachtete sich im spiegelnden Wasser.
Ein riesiger Riss zog sich durch sein gesamtes Gesicht. Bedrohlich aufglühend, pumpte er mit jedem Impuls neue Schmerzen in den Körper des Wanderers. 
Es fühlte sich so an, als ob man versuchen würde, ihn von innen heraus auseinander zu reißen.

 

Für einen kurzen Moment hielten die Schmerzen inne und sein Blick folgte dem Flusslauf.
Dort hinten im Schilf! Da lag eine Gemdoll. Sie war wohl bewusstlos.
Der Wanderer richtete sich auf, versuchte dabei den Schmerz weites gehend zu unterdrücken.
Über einige Felsen suchte er sich einen Weg zu der anderen Flussseite und gelangte zu der Gemdoll.
Sie war wirklich bewusstlos. Ihr Körper ruhte ausgebreitet im Wasser.
Behutsam hob er sie hoch und trug sie einige Meter, bis er eine halbwegs windgeschützte Stelle fand und sich mit ihr dort nieder ließ.
Zügig machte er ein Feuer zurecht, legte die fremde Doll nahe genug heran, damit sie trocknen konnte.
So durchnässt wie sie war, muss sie schon Stunden im Fluss umher treiben.
Nalar lehnte sich an einen Felsen und glitt langsam an ihm hinab.
Schützend zog er sich die Kapuze tief ins Gesicht. Der Schmerz kehrte wieder.
Eigentlich konnte er keine weitere Minute vergeuden, doch sollte er die Doll einfach hilflos zurück lassen? Irgendetwas sagte ihm, dass er bei ihr bleiben sollte.

„Was…? Wie….?“ Die Gemdoll öffnete langsam ihre Augen, schreckte jedoch augenblicklich zurück, als sie die züngelnden Flammen des Lagerfeuers vor sich aufleuchten sah.
„Mach das weg! MACH ES WEG!“ Panisch wich sie noch einige Meter zurück und fuchtelte wild gegen die Flammen an.
Nalar reagierte sogleich, sprang auf und trat das Feuer aus, bis nur noch einzelne Funken schwächlich verglimmten.
„Da….danke“ Die Doll beruhigte sich wieder etwas. Sie trat wieder näher an die Feuerstelle heran.
Nalar musterte die eigenartige Doll. 
Ihr ganzer Körper war übersäht mit Brandmalen und Schmauchspuren. Sofort war ihm Bewusst, wieso dieses Mädchen solche Angst vor den Flammen hatte.
„Tut mir leid… ich konnte nicht ahnen, dass…...“ wollte Nalar entgegnen, doch die Doll winkte nur beschwichtigend ab.
„Schon gut. Feuer macht mich immer so…. Nervös. Doch musst du wohl mein Retter sein, denn das letzte woran ich mich erinnere ist, wie ich von dem Schiff gestürzt bin und in diesen Fluss hinein getrieben wurde…..“
Sie neigte ihren Kopf etwas zur Seite und schaute betrübt ins leere. 
„Ich hoffe den anderen geht es gut…..“ Ein Träne rann ihr über das Gesicht.

Nalar wusste nicht so recht, was er sagen sollte, vermummte sich lieber etwas tiefer in seiner Kapuze und entschied, sie mit ihren Gedanken für einen Moment alleine zu lassen.
Doch das Doll Mädchen verweilte nicht lange in Erinnerungen.
„Sag wie heisst du? Mein Retter brauch immerhin einen Namen, wenn ich irgendwem davon erzählen will.“
Etwas Perplex stotterte er: „Na…. Nalar der Wanderer.“
„Hmmmmmmm…...“ entgegnete die Doll „ Ein außergewöhnlicher Name. Er klingt wirklich interessant. Schön einen Namen zu besitzen.“ 
Sie setzte ein falsches Lächeln auf, versuchend die etwas gekippte Stimmung etwas aufzulockern.
„Trägst du denn keinen?“ rutschte es Nalar heraus, obwohl er sich der Antwort schon fast sicher war.
„Uns gibt man keine Namen, zumindest nicht dort, woher wir kommen...“

Nalar bemerkte auf einmal dieses seltsame Zeichen, direkt neben ihrem Gem auf der rechten Brust. 
Er wusste genau wo dieses Symbol zugehört.
„Merida…….“ bei dem Namen zuckte die Doll zusammen.
„Das Zeichen auf deiner Brust…. Du bist eine Celluloid oder? Das Symbol von Merida´s Fluch wurde euch von Geburt an aufgetragen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, einem von euch jemals leibhaftig zu begegnen…“ 
Schnell zog sie ihr Kleid ein Stück höher um das Zeichen zu verdecken und kauerte sich schützend zusammen.
„Bi….bitte sag diesen Namen nicht. Er macht uns Angst. Woher kennst du uns? Weißt du noch mehr über unsere Rasse?“
Nalar schüttelte den Kopf. „Leider nicht mehr, als die Sagen erzählen. Was ist mit dir passiert?“ wieder musterte er die unzähligen Brandmale auf ihrem Körper.
Die Doll atmete tief durch. „Wir sind geflohen. Oder eher wir halfen anderen dabei zu fliehen…. Meine Freundin und ich versuchten die Leute von der Insel zu schaffen. Es war so schrecklich. Überall war Feuer… so viele schrien und kreischten. Es war ein Alptraum. Doch wir schafften es, einige von uns auf das Schiff zu bekommen und abzulegen, als plötzlich dieser tosende Sturm auftauchte. 
Öfter schon hatten meine Freundin und ich es geschafft, Leute von der Insel zu holen und auf das große Land überzusetzen. Doch an diesem Tag…… Das Schiff kenterte einige Kilometer von der Küste entfernt…..“ wieder flossen Tränen über ihr Gesicht. „Ich hoffe sie haben es irgendwie geschafft….“
Nalar war etwas verlegen. Vielleicht war es nicht richtig so direkt zu fragen.

Doch ehe er sich wieder zu viele Gedanken um sein Verhalten machen konnte, rückte ihm die Doll dicht auf.
„Wie wäre es, wenn du deine Kapuze aus dem Gesicht ziehst und mich sehen lässt, mit wem ich eigentlich spreche.“
Bevor Nalar reagieren konnte, riss die Doll ihm die Kapuze vom Kopf und offenbarte sein Gesicht, mit dem riesigen glühenden Riss.
Die Doll Dame erschrak, nahm etwas Abstand von ihm.
„Du….. bist du auch gezeichnet?“ Sie wusste es nicht besser zu deuten.
„In einer gewissen Weise.“ Der Schmerz kehrte wieder, wo er doch im Gespräch doch fast untergegangen war.
Neugierig kam die Doll auf Nalar zu. „Es ist beängstigend. Aber sogleich faszinierend. Es leuchtet so wunderbar.“
Sie streckte ihre Hand in Richtung seines Gesichts. „Bitte, fass mich nicht an ! Bitte. Nimm deine Hand dort Weg. Ich weiß nicht was-“ Doch sie hatte ihn bereits berührt.
Nalar schrie fürchterlich auf. Der Schmerz war nicht mehr aufzuhalten.
Er stieß die Doll mit einem kräftigen Hieb von sich.
Was ging hier nur vor?
Seine Risse glühten am gesamten Körper auf. Krampfhaft schlang er seine Arme um sich, wälzte sich auf dem Boden.
Aus jeder Öffnung flammte dieses zerreißende Gefühl.
Es soll aufhören!
Seine Augen wurden leer und schwarz.
Ein kleines Leuchten flackerte in ihnen auf. Wie ein einsamer Stern in der Dunkelheit.

Die Doll kroch immer weiter von ihm weg, versuchte so viel Abstand wie möglich zu ihm zu gewinnen.
Nalars stechender Blick fixierte die verängstigte Doll. Er richtete sich auf. Die Schmerzen schienen wie weggeblasen. Seine Mine war finster.
„WIE KANNST DU ES WAGEN!“ seine Stimme war unnatürlich tief. 
„SOLCHE VON EUCH GEHÖREN VERBRANNT. Alle von euch sollen brennen!“
Mit einem lauten Gebrüll stürzte sich Nalar auf die Doll und packte sie mit festen Griff am Hals.
Seine Hände waren kräftig und schlangen sich weit um den schmächtigen Hals.
Eine seltsam befriedigender Blick war zu erkennen.
Fester immer fester drückte er zu. Er spürte wie das weiche Material unter seinen Händen nachgab.
„Alle von euch….. ihr sollt sterben.“
Die Doll wusste sich nicht zu helfen. Ihre Schläge prallten an dem Metallkörper einfach ab. Sie konnte ihn keinen Zentimeter von sich lösen.
Würde er noch fester zudrücken…… er würde ihr den Hals zerquetschen. Sie wollte nicht sterben.
Was war nur in ihn gefahren.
„Bi…..bitte…..lass...mi-“ Leise röchelten die Worte aus ihrer Kehle.
Mit letzter Kraft Griff sie nach einem ihrer gläsernen Hörner. Sie brach es ab und schlug es Nalar auf den Kopf. Eine seltsame Flüssigkeit ergoss sich aus dem Horn über sein Gesicht.
Schlagartig ließ sein tödlicher Griff nach und er sank bewusstlos zu Boden.
Die Doll keuchte einige Male auf. 
Was ist gerade passiert?
Nalars Risse erloschen, und der ruhende bläuliche Nebel kehrte an den Stellen zurück.
Doch bevor sie etwas weiteres unternehmen konnte, machten sich die Folgen des Angriffs bemerkbar und auch die Doll verlor das Bewusstsein.

Nalar erwachte wieder. Völlig benommen schaute er sich umher. Neben ihm lag die wieder bewusstlose Celluloid.
Er konnte sich keinen Reim daraus machen, was hier passiert ist.
Doch bemerkte er, dass die Doll neben ihm unruhig umher wälzte und laut vor sich her wimmerte.
War er für ihren Zustand verantwortlich?
Mit einem Ruck schulterte er sie und machte sich schleunigst auf, diesen seltsamen Wald zu verlassen.
Er wusste nicht wie viel Zeit schon vergangen war. Als er endlich den Rand des Waldes erreichte, öffnete sich vor ihm ein schreckliches Bild.
Die dunklen Wolken des Berges waren tief in die Täler gezogen. Sie bahnten sich einen Weg in Richtung Stadt.
Mit der bewusstlosen Doll geschultert, erreichte er endlich die Tore.
Zu seiner Verwunderung schienen die Gemdolls hier, nichts von dem Treiben außerhalb ihrer Mauern mitbekommen zu haben.
Freudig begrüßten vorbei ziehende Dolls den Wanderer. 
Auch wenn er hier und da seltsame Blicke für seine schlafende Begleitung erntete.

An einem Gasthaus angekommen, reichte er dem Wirt die Doll und bat um ein sicheres Zimmer für sie. Bevor er ging, lud er den Wirt in 99´s Shop ein, um die Schulden als bald zu begleichen.
Diese rastlose Reise hatte ihm schwer zu schaffen gemacht. Sein Körper fühlte sich so fremd an. An jeder zweiten Hausecke musste er sich kurz ausruhen. 
Ich darf keine Zeit verlieren…

​

Risse | Part 4.2

 

„WER BIST DU?“, schrie Nalar dem Wesen, durch den donnernden Lärm entgegen.
„…...Bissssst….duuuuuu!“ Obwohl das Wesen zu flüstern schien, formten sich die Worte eindringlich in seinem Kopf.
„Was willst du von mir?“, rief er der Kreatur erneut entgegen. Doch die leeren weißen Augen starrten regungslos weiterhin in seine Richtung. „ANTWORTE!“
Ein weiteres unheilvolles Stöhnen der finsteren Kammer, ließ die Erde erneut erbeben und Nalar hatte Mühe sich auf den Beinen zu halten.
Die Luft füllte sich zunehmend mit Staub, ihm fiel das Atmen immer schwerer. Widerwillig entschied er sich dazu seine Deckung aufzugeben und das Schild schützend über sich zu halten, um wenigstens einige der herabfallenden Steine, abwehren zu können.
„….vooon… miiir. Von…. DIR…… Leeeeben. Dein Leeeeeben.“
Die Kreatur kroch hinter der steinernen Skulptur hervor. Die immer noch auf Nalar gerichteten Augen, rückten nun näher an ihn heran. 

Auf seiner Brust leuchtete ebenfalls eine weiße Stelle, die der Form des Edelsteins der Skulptur sehr ähnlich sah.
Verängstigt versuchte Nalar einige Meter Abstand zu gewinnen, doch war es fast unmöglich bei diesen Unruhen und der Dunkelheit auch nur einen sicheren Schritt zu machen.
Umso merkwürdiger war es, wie leichtfüßig sich die weißen strahlenden Augen unaufhörlich auf ihn zu bewegten.
Nalar stolperte rücklings über einen umher liegenden Felsen und krachte schmerzhaft auf den Boden.
Er richtete das Schild wieder abwehrend über sich.
War es nun vorbei? 
Der Staub nahm ihm die Luft zu atmen. Der Lärm war so eindringlich, dass er selbst seine Gedanken kaum noch hören konnte.
Die Augen kamen näher. Immer näher.
„VERSCHWINDE!“
Ein weiterer Felsen stürzte von der Decke und schlug nur knapp neben Nalar auf und er spürte wie der Druck des Aufpralls, den umher fliegenden Staub in seine Lungen presste.
„….Leeeben. LEEEEEBEN! Dein Leeeben…... Nalars Leeeben!“
Die Kreatur stand nun direkt vor ihm. Die Augen fixierten seinen Blick.

Nalar röchelte laut, die Luft war völlig mit Staub gefüllt. „Hast du gerade meinen…...hust….. Namen genannt?“
Die leuchtenden Augen wanderten nun in Richtung seiner Tasche. „ ……. Feuuueeeer…...“
Nalar war verwundert. Schaute er gerade auf seine Tasche? Wusste er von den Pearls?
Doch was hatte er zu verlieren. Es war keine Zeit mehr. Die Luft ließ ihn nicht mehr atmen. So könnte er wenigstens erkennen, was mit ihm sprach.
Er wühlte durch die Taschen, sein Schild weiterhin über sich gerichtet, denn wieder lösten die stöhnenden Geräusche, ein weiteres beben aus.
Er fühlte die Wärme des Feuers an einer Pearl, zog sie heraus und entflammte sie.

Der gesamte Raum war in einen braunen Dunst gehüllt, überall lagen große Felsen herum. Riesige Risse in den Wänden und der Decke läuteten das baldige Einstürzen der Kammer ein.
Nalar blickte nach vorne, doch die Kreatur war wieder verschwunden.
In der Mitte stand weiterhin unversehrt, die eigenartige Skulptur mit den zwei leuchtenden Runen.
„….Leeeeben…… Nalars Leeeeben….“
Da war sie wieder die flüsternde Stimme.
„Wo bist du?“
Doch während auf eine Antwort wartete, entdeckte er es. Hinter der Skulptur, versteckt in dessen Schatten, leuchteten wieder diese zwei leeren Augen.

Nalar hechtete zu der Skulptur hinüber, immer wieder den herab fallenden Felsen ausweichend.
Ein schwarzer Schatten kroch über die Schulter der Figur und deutete mit einem schwarzen Strich, einem Finger ähnlich auf die leere Kerbung oberhalb des Gems.
War das etwa ein Schatten? Doch wie konnte er mit ihm reden?
„…….Leeeeeben…… Stein….. mit…. Leeeben“
Wollte er ihm helfen die Skulptur zum Leben zu erwecken?
„ICH HABE KEINEN STEIN MEHR!“ Nalar nutzte seine letzte Luft, denn durch den Lärm der einstürzende Höhle, konnte kaum noch ein Wort hindurch dringen.

„…..Stein….. Nalaaaar……. Leeeben. DEIN LEBEN“
Wie vom Schlag getroffen verstand der Wanderer was die Kreatur von ihm wollte, doch er musste sich Zeit verschaffen. Nalar wühlte in seinen Taschen. Nur noch drei Pearls waren ihm geblieben. Zwei Wind und eine Wasserpearl.
Er nahm eine Windpearl, brach sie vorsichtig an und warf sie mit einer rotierenden Bewegung vor sich hin. 
Durch die Drehung, begann sich die Pearl in kreisförmigen Bewegungen um ihn und die Skulptur zu drehen. Sie wurde immer schneller und bald formte sich eine Kuppel aus Wind um die drei.
Jetzt nahm er eine Wasserpearl hinzu, brach sie ebenfalls auf und warf sie in die Wand aus Wind.
Das Wasser verteilte sich entlang der künstlichen Mauer und bald war die gesamte Kuppel in Wasser gehüllt.
Das Wasser verfärbte sich zugleich braun, denn der umher schwebende Staub sog sich an die Mauer heran. Das sollte ihm ein wenig Zeit verschaffen.
Wieder deutete die Kreatur mit ihrem eigenartigen Finger auf die leere Kerbe.

Nalar trat an die Skulptur heran, legte seine Hand auf die Kerbe und dann geschah es.
Die Kerbe füllte sich mit einem grünen Licht. Erschrocken wollte er die Hand wieder zurück ziehen, doch die schattenhafte Kreatur legte ihren Arm um seinen und hinderte ihn daran, diesen weg zu bewegen.
Er spürte wie sein Körper begann zu kochen, mit jedem Impuls entzog es ihm Kraft und die Kerbe leuchtete heller auf.
Nalars Kräfte schwanden zunehmend, doch dachte die Kreatur nicht daran, ihren festen Griff zu lösen.
Seine Beine gaben nach und er sackte auf die Knie. Nicht einmal sprechen konnte er noch, so sehr zerrte die Skulptur an seinen Kräften. 
Das Leuchten wurde heller, immer heller. 
Eine gigantische Druckwelle brach von der Skulptur los.
Das Stöhnen in der Kammer setzte aus, die Erde bebte nicht mehr und eine unheilvolle Stille setzte ein.
Das Schattenwesen löste den Griff von dem Wanderer und er riss sofort seine Hand an sich. Brennender Schmerz machte sich in ihr breit.

Nalar blickte auf und sah, dass dort wo die leere Kerbe zuvor war, nun ein weiterer Stein mit einer Rune leuchtete.
Risse taten sich in der Skulptur auf und Steine brachen von ihr ab. Nach und nach offenbarte sie den Körper einer Gemdoll.
Seine übrigen Pearl erloschen und die Kuppel brach mit einem Schwall Wasser über ihnen ein.
Der Staub hatte sich gelegt, die Luft war nun spürbar reiner.
Nalar trat einige Schritte von dem Doll zurück, als er merkte wie sich dessen Arm langsam bewegte.
In der gesamten Kammer leuchteten nun plötzlich auch die Runen an den Wänden auf, die alles in ein grünes Licht hüllten.
Die Doll trat einen Schritt voran. Sie war groß. Ihr Schritt war mächtig und schwer.
Sie musterte ihre Hand drehte sie und betrachtete sie von allen Seiten.
Ein weiterer schwerer Schritt und die Doll kam näher auf Nalar zu.
Die Runen strahlten immer heller auf.
Noch ein großer Schritt. Der Boden gab ein wenig unter der Gestalt nach.

Plötzlich entfuhr ihr ein markerschütternder Schrei. Die Stimme war laut und tief. Man konnte spüren wie die Luft vibrierte.
Die Runen brannten förmlich im grünen Feuer, ehe sie unter dem Schrei erloschen und das gesamte grüne Licht in die steinerne Doll fuhr.
Das Licht kletterte an den Füßen empor und entfachte die Runen an seinem Bauch.
Es war wieder diese eigenartige Schrift, doch seltsamerweise konnte Nalar eindeutig das Wort „KRAFT“ daraus erlesen.
„DU HAST MICH GEWECKT!“ grollte die tiefe Stimme Nalar entgegen. „WIESO HAST DU DAS GETAN!“
Ein weiterer großer, schwerer Schritt und der nun erkennbare männliche Doll stand direkt vor dem Wanderer.
Er griff nach Nalars Schulter, zog ihn problemlos hoch und richtete ihn wieder auf seine Beine. Die Doll Musterte den eingeschüchterten Nalar genau.
Warum genau wusste er nicht, doch war Nalar sich sicher, dass dieser Doll ihm seltsam Vertraut vorkam.
„Ein Ruf brachte mich hierher. Ich habe das Gefühl hier eine Antwort zu finden. Er half mir dabei, dich zu erwecken.“, antwortete er und deutete auf die weißen Augen die sich im Schutz des Schattens der Doll versteckt hielten.

Der große Doll wandte sich um und betrachtete seinen eigenartigen Gefährten. Wutentbrannt schlug er in Richtung seines eigenen Schattens, doch traf nur den kalten Boden, da sich der Begleiter in Windeseile an seine andere Seite heftete.
„Du törichter kleiner…...“ schimpfte er dem Wesen entgegen.
Währenddessen musterte Nalar den seltsamen Doll genau. Erst jetzt erkannte er, dass diese Doll komplett aus Stein bestand. Einige Körperteile waren mit Moos bewuchert und seltsame Schützer verdeckten seinen Arm und sein Bein.
Doch ehe Nalar sich weiter in Beobachtungen vertiefen konnte, sprach der steinerne Doll wieder zu ihm.
„Ist dir eigentlich bewusst, was du soeben angerichtet hast? Wie ist eigentlich dein Name kleiner Gemdoll?“
Nalar war sehr verwundert, noch nie hatte er erlebt, dass jemand in so einem abfälligen Ton mit ihm sprach.
„Angerichtet? Ein großer Dank dafür, dass ich dir das Leben geschenkt habe! Aber Undankbarkeit liegt wohl in der Natur der Dolls. Nenn mich Nalar. Wie kommt es eigentlich dass du meine Sprache beherrscht?“

„NALAR?! NALAR DER WANDERER?!“ bei diesen Worten grollte die gesamte Höhle und Nalar spürte den Zorn, der von seinen eindringlichen Worten ausging.
Ehe er sich versah, landete die riesige Faust der Steindoll in seinem Gesicht und wuchtete ihn mehrere Meter durch die Kammer.
„Dass du es wagst hier noch einmal aufzutauchen! Ich sollte dich sogleich in Stücke reißen! Du verfluchter, elendiger…..“
Nalar konnte gerade noch so dem zweiten Hieb ausweichen. Er verstand rein gar nichts mehr. Was war hier nur los? Die Steindoll stürmte wieder auf Nalar zu, der geschickt zu Seite sprang und seine letzte Pearl zerbrach, um mit den heftigen Böen, den Giganten auf Abstand zu halten.
Die Steindoll versuchte sich mit allen Kräften gegen die Winde zu gehen und fluchte dem Wanderer weiterhin entgegen.
„Deine verfluchte Magie!“
Nalar presste nun fester auf die Pearl und der Windstoß wurde zunehmend stärker. Die Steindoll konnte sich nicht mehr auf den Füßen halten, sodass er nach einigen Minuten entkräftet zu Boden sank.

Nalar drückte einen Finger auf die offene Stelle an der Pearl sodass der Windstoß sofort erlosch.
„So! Komm nun zu dir. Erzähl mir was dich so in Wut versetzt? Was soll ich getan haben?“
Er richtete sicherheitshalber die Pearl mit beiden Händen voran, gegen den Doll, um einen weiteren Ausbruch direkt zu unterbinden.
Der Steindoll schnappte nach Luft und versuchte seine Worte wieder zu finden.
„Nalar…. Dass du dich hierher traust. Aber mir scheint, du hast ein arges Problem mit Erinnerungen. Zu viele ruiniert, nehme ich mal an. Dabei warst du es, der mich hier einsperrte und dem Tode weihte.“

Der Metalldoll war entsetzt. Was sagte er da? Er hat ihn hier unten eingeschlossen?
„Wie soll ich auf so einer irrsinnigen Idee kommen?“, fuhr Nalar den Steindoll an.
Dieser lachte nur laut.
„Du weißt rein gar nichts mehr. Ich sollte dein Problemlöser sein. Du wolltest es dir immer einfach machen. So erschufst du die Kammer und hast mich an diese Runen hier gebunden. Wissend, dass ich keine Wahl hatte, nahm ich deine Aufgabe an und füllte die Runen mit meiner Kraft. Doch jetzt wo du mich erweckt hast, ist die Macht der Runen versiegt und du hast es geöffnet.“
Nalar schaute noch ratloser als zuvor.
„Was habe ich geöffnet?“
Wieder lachte der Steindoll eindringlich laut.
„Was denkst du, was das für ein Ort ist? Ein Tempel? Dieser Ort ist ein Grab. Ein Grab der Schatten. Zusammen mit ihnen, hast du mich hierhin verbannt. Ich sollte ihnen Einhalt gebieten, sie an diesen Ort fesseln. So viele Tausend Jahre, erfüllte ich diese Bürde. Jetzt ist das Grab geöffnet und Schatten konnten fliehen. Alle bis auf diesen hier.“

Er blickte in Richtung seines eigenen Schattens und die zwei weißen leeren Augen öffneten sich wieder. Langsam manifestierte sich der schwarze Nebel und eine merkwürdig kleine schwarze Gestalt kam zum Vorschein. 
„In den vielen Jahren habe ich gelernt, sie zu verstehen. Gelernt ihnen unsere Sprache zu lehren und letztendlich die Schwachen zu überzeugen und an mich zu binden. Doch ein Schatten bleibt immer ein Schatten. Daher führte er dich wahrscheinlich zu mir. Um endlich diesem Gefängnis zu entkommen.“
Nalars Beine gaben nach und er sackte zu Boden. 
War er wirklich Schuld? Was hat er nur getan? 
So sehr suchte er nach einer Antwort und brachte letztendlich doch nur Unheil.
Der große Doll richtete sich langsam auf, und ging auf den Wanderer zu.

„Wut bringt jedoch nichts mehr. Kann man jemanden die Schuld geben, der selbst nicht wusste was er tat? Viel mehr sollten wir uns überlegen hier wieder hinaus zu kommen. Ich sehe mein Erwachen hat den Berg ganz schön in Aufruhr versetzt.“
Er schaute sich um und musterte das Chaos, welches bei seiner Erweckung entstanden war.
„Zudem bist du nun in der Schuld, deinen Fehler zu korrigieren, törichter Wanderer! Dieses Mal jedoch, wirst du selbst einen Weg finden müssen, sie zurück zu führen.“
Nalar verstand die Welt nicht mehr. Nur verschwommen nahm er die Worte der Doll wahr. Sein Körper war so kraftlos.
Die Steindoll richtete Nalar erneut auf die Beine und führte ihn an der Hand zur Wand hinüber.
„Nun lass uns einen Weg hinaus finden, Wanderer.“
Er drückte Nalars Hand, in der er die Windpearl verschlossen hielt, fest gegen die Wand. Seine Runen auf dem Bauch begannen wieder grün zu glühen, als er begann seltsame Worte zu murmeln.
„JETZT WANDERER! ÖFFNE DEINE HAND!“
Nalar wusste nicht so recht was geschah, jedoch war er in seiner Gewalt und tat wie ihm befohlen war.

Eine tosende Spirale von wirbelnder Luft drückte sich gegen die Wand, ein vielfaches stärker, als je eine Pearl von Nalar gewesen war. Der Steindoll stemmte sich mitsamt dem Wanderer gegen die Winde.
Langsam gab der Fels nach und der Wind bohrte sich durch die Steine.
Nach einigen Stunden anstrengendster Arbeit bohrten sich die beiden mitten durch die Felsen hindurch und erreichten schließlich einen Ausgang.
Die letzte Pearl erlosch und die Runen auf dem Körper der Doll verloren langsam an Licht.

„Nun denn Wanderer. Dank deiner Lebenskraft, habe ich ein wenig Wissen von der Welt erhalten, das erklärt auch weshalb ich eure Sprache sprechen kann. Ich werde mich in die Stadt aufmachen, jetzt wo ich ein neues Leben erhalten habe, werde ich mir neue Berufungen suchen. Hoffentlich wirst du einen Weg finden…..“
Der Steindoll deutete Richtung berge, ehe er davon ging.
Nalar schaute in Richtung des Horizonts und musste mit entsetzen feststellen das an den Gipfeln der Berge, unheilvolle riesige schwarze Wolken schwebten.
„Tepeoy…….“

​

Risse | FINALE

Er suchte sich einen Weg durch die versteckten Seitenwege und kam nun besser voran, als auf den großen Straßen.
Plötzlich rannte er blindlings in eine weitere Doll. Es war Caligo.
Die hatte ihm noch gefehlt…..
Er wusste, dass sie nur nachgeben würde, wenn er ihre Fragen beantworten würde.

So ließ er sich widerwillig auf das Gespräch ein.
Verdammt bring es zu ende……
Ich kann mich kaum noch halten….
Nalar röchelte auffällig und seine Kräfte gaben allmählich nach.
Ehe Nalar auch nur nach einem Wort ringen konnte überkam ihn seine Schwäche.

Er sackte auf die Knie, sein Keuchen wurde lauter und wirre Worte traten unaufhörlich aus seinem Mund. 
Caligo wich einige Schritte zurück.

Wie aus dem Nichts tauchte hinter ihr die Steindoll aus der Höhle auf. Der schattenhafte Begleiter bildete schleunigst einen schwarzen Nebel um den Wanderer und ehe die Reporterin reagieren konnte sprang der Doll in den Nebel, riss Nalar an sich und suchte schleunigst das Weite.
Nach ein paar Abzweigungen erreichten sie 99´s Shop wo er den Wanderer absetzte.

„Verschwende nicht zu viel Zeit Wanderer……Ein letztes Mal, dass du auf meine Hilfe hoffen konntest.“
Bevor Nalar bewusst wurde, was gerade geschah, war die Doll mitsamt Begleiter wieder spurlos verschwunden.
Der Wanderer schleppte sich in das Geschäft.
Ninetynine stürmte überschwänglich auf ihn zu, wollte ihn zugleich in die Arme nehmen und Willkommen heißen, doch Nalar wich ihrer Begrüßung aus und stapfte wortlos in die hintere Ecke des Ladens.

„Na danke auch!“ murrte sie Nalar zu.
„Lässt dich hier Wochen nicht Blicken und dann auch noch zu eitel für irgendwelche netten Worte….“
Wütend machte sich die Stoffdoll daran, das Zeug im Laden herumzukramen. Eher chaotisch als alles andere, doch half es ihr, sich etwas zu beruhigen.
„Schließ den Laden…..“ sagte Nalar schroff.
„ Was wie? Dein ernst? Erst dieses Auftreten und jetzt auch noch solche Forderungen?“
Sie stürmte zu ihm herüber undbemerkte, dass Nalar irgendwie anders war.
Seine Haut wirkte bleicher als sonst. Sein Körper hing kraftlos im Stuhl und plötzlich fiel ihr dieser monströse Riss in seinem Gesicht auf.

„O… okay.“
Sie eilte zur Tür, drehte das Schild auf geschlossen, ließ alle Vorhänge herab und versicherte sich, dass auch nirgends jemand herein kommen könnte.
„Nalar…? Was ist geschehen? Wo warst du… Was ist mit dir passiert?“
Vorsichtig streckte sie ihm die Hand entgegen und wollte über seine Wunde streichen,
doch Nalar schmetterte sie ab. „Bitte… Fass mich nicht an. Es ist nicht gut, wenn du mir zu nahe kommst. Sorg einfach dafür, dass hier keiner rein kommt. Ich brauche Ruhe und Zeit. Ich brauch Zeit… Zu viel Zeit.“

Ninetynine schmerzte es, ihren Freund so ansehen zu müssen. Doch sie hielt sich an seine Worte.
In den folgenden Tagen bat er Ninetynine einige Bücher zu besorgen, während er weiterhin in unzähligen Lektüren vertieft war.
Als sie über den Platz lief, grübelte sie weiterhin über sein seltsames Verhalten.
Irgendetwas muss vorgefallen sein. Etwas schreckliches…..
Plötzlich wurden ihre Gedankengänge von einer seltsamen Dunkelheit unterbrochen.
Eine schwarze Wolke breitete sich über die Stadt aus und hüllte den eigentlich sonnigen Tag in eine seltsame Finsternis.
Sie rannte zurück zum Geschäft.
„NALAR! Etwas seltsames passiert dort draußen!“ 
Der Wanderer erschrak, fiel dabei fast vom Stuhl.
„Komm mit. Sieh dir das an!“
Ninetynine forderte Nalar mit einer Armbewegung auf, ihr zu folgen.
Vor der Ladentür erblickte Nalar die unheilvolle schwarze Wolke.
„Nein… Das kann doch nicht… So viele Bücher so viel Wissen. Es ist zu spät… Ich habe keine Zeit mehr. Ninetynine! Nimm alle Dolls mit, die du auf den Straßen findest und versteckt euch im Laden. Schnell!“
Die kleine Stoffdoll eilte los.
Nalar machte sich währenddessen auf zum großen Platz . Überall rannten aufgeregt Gemdolls herum. Jeder der ihn fragte, bat Nalar sich zu Hause einzuschließen und weiteren Dolls Unterschlupf zu gewähren.
In kurzer Zeit war der noch bis eben rege besuchte Platz wie leer gefegt. 

Einsam stand er dort, ihm gegenüber die große schwarze Wolke, sich durch die Straßen vor ihm aufbäumend.
„Tepeoy. Fürst des Donners. Kalte Hand des Nordens…..“
Ein lautes Grollen ging aus den Wolken hervor.
„WEICHE VON HIER. DIES IST NICHT DEINE WELT!“
Ein laut krachender Blitz entlud sich aus den schwarzen Wolken und schmetterte in ein nahegelegenes Haus ein, welches unter tosendem Lärm in sich zusammen krachte.
Ein weiteres Grollen formte sich aus den Wolken, es ähnelte einer Stimme.

„W...a….n...d...e...r...e...r. So hast du mich aus deinem selbst geschaffenen Gefängnis befreit. Nun spüre den Zorn tausender Jahre Gefangenschaft.“
Weitere Blitze entluden sich, auf Nalar gerichtet, denen er gerade noch so ausweichen konnte.
„Fühle den Schmerz der Seelen, die du verdammt hast!“
Ein großes Loch tat sich in den Wolken auf und eine gigantische Schar schattenhafter Gestalten, traten aus ihr hervor.
Als sie den Wanderer erblickten, stürmten sie auf ihn zu.
Glücklicherweise hatte Nalar seine Begleiterin gebeten, einen großen Vorrat an Pearls zu produzieren.
Mit einer flinken Bewegung öffnete er seine Taschen und schmetterte der heranstürmenden Heerschar dutzende Feuerpearl entgegen, die in großen Feuerbällen zerschellten.
Doch keines der Schattenwesen hatte auch nur einen Kratzer abbekommen.

So war Nalar in kürzester Zeit von den Schatten umstellt.
Wieder riss sich ein Loch in die Wolken und ein riesiger Schatten entblößte seine Gestalt.
Er war größer als jedes umher stehende Haus.Seine Schritte ließen den Boden nachgeben.
Dunkle Wolken breiteten sich von seinen Füßen aus und verdarben den Boden um sie herum.
„Wo ist nur deine Macht hin.? ein grollendes Lachen entfuhr dem Schatten.

„Doch am Ende deiner Tage, muss ich dir wohl danken. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es ausgerechnet du selbst bist, der uns aus den Tiefen hervor holt und die Welt ins Unheil stürzt. Sieh nun deinem Ende entgegen!“
Tepeoy hob seinen Arm und hunderte von Blitzen sprangen zwischen den Wolken und ihm hin und her.
Das Schattenmonster holte gerade zum Schlag aus.

„Neeeeeeeeeeeeein!“ 

Wie aus dem nichts stürzte aus der Luft Ninetynine auf ihrem Besen herbei und warf sich vor den Wanderer.
Die Faust raste ihn ihren Körper und unzählige Blitze durchschossen die kleine Stoffdoll.

Binnen weniger Sekunden entflammte der kleine Körper und Nalar musste tatenlos mit ansehen, wie Ninetynine vor seinen Augen zu Asche verbrannte.

Wut. Hass. Verzweiflung. Trauer.

All diese Gefühle zugleich brachen in dem Wanderer auf und er brach zusammen auf seine Knie.

Schluchzend fing er einen letzten Fetzen der Doll auf.

„Was... Habe… Ich… getan… Ich hätte nur mehr Zeit gebraucht.“

Der monströse Schatten lachte unaufhörlich. 

„SO KANN ES NICHT ENDEN!“

Wieder spürte Nalar diese stechenden Schmerzen in seinem Inneren. Seine Risse begannen zu glühen, seine Augen verformten sich abermals...

​

Risse | Epilog

​

Langsam öffnete er die Augen. Nalar war nicht mehr auf dem Platz in der Stadt.
Ein seltsamer, überaus verzierter Raum, umgab ihn.
Aus der Ferne konnte er eine Doll auf ihn zugehen sehen.
Mühsam richtete sich der Wanderer auf. Erst jetzt bemerkte er, dass sein Körper sich seltsam leicht anfühlte. 
Musternd schaute er an sich herab. Konnte das möglich sein? Seine Kette war verschwunden und sein Gem saß in der Brust, wie bei den anderen Gemdolls.
Er tastete seinen gesamten Körper ab, alle Risse waren auf einmal verschwunden.

„Wo? Wo bin ich?“
Die Doll kam weiter auf ihn zu.
Sie lächelte ihm überschwänglich entgegen.
Nalar musterte seinen Gegenüber. Sie war komplett aus Holz. Sie wirkte so perfekt. Noch nie hatte er solche Maserungen gesehen. 
Wieder fragte der Wanderer „ Wo bin ich? Wer bist du?“
Die Holzdoll lachte freundlich.
„So lange ist es es her. Wirklich schön dich mal wieder zu sehen, Septentrio.“
Nalar blinzelteverwundert.
„Septentrio? Ich heiße Nalar. Nalar der Wanderer.“
Wieder lachte die Holzdoll herzlichst.
„Unglaublich. Er hat über die Jahrtausende wirklich vergessen wer er ist. Nunja, Namen spielen in dieser Welt auch wahrlich keine Rolle. Doch ist dein Besuch so außergewöhnlich. Sag was ist dein Anlass, ähem, ´Nalar´.“
Jetzt wusste der Metalldoll überhaupt nicht mehr, was hier vor sich ging.

„Anliegen? Ich habe keine Ahnung. Gerade eben war ich noch auf dem Platz und stand dem Schatten Tepeoy gegenüber, als ich plötzlich…. Nunja hier aufwachte.“
Der Blick der Holzdoll wurde ernster.
„Du hast damals nicht den besten Weg gewählt. Es scheint als würdest du ganz schön in Schwierigkeiten stecken.
Doch was erhoffst du? Wenn du hier bist, scheint deine Situation aussichtsloser denn je. Denn in diesen Räumen zu erscheinen zeigt wirklich von großer Not.“
„Ich weiß es wirklich nicht….. Ich brauchte Zeit um eine Lösung zu finden. Doch ich war zu langsam. Nun ist meine Welt dem Untergang geweiht…. Ninetynine, was hab ich dir nur angetan…….“

Wieder flossen Tränen über Nalars Gesicht.
Die Holzdoll schaute den Wanderer sehr verdutzt an.
„Seit wann kümmert dich das Wohl anderer Dolls? Hast du dich so sehr geändert in den vielen Jahren? Mitgefühl…. Ich muss sagen, das steht dir.“
Die Holzdoll schritt auf Nalar zu und griff nach der hölzernen Uhr an seinem Gürtel . Vorsichtig löste er sie.
„Zeit sagst du also….“
Die eigenartige Doll drehte die Zeiger der hölzernen Uhr viele Male um und drückte sie Nalar schließlich in die Hand.
„Du musst deine Aufgabe erfüllen. Bruder…… Die Schatten sind nur der Anfang. Finde sie, erlöse diese Welt. Finde Merida. 
Viel Zeit kann ich dir nicht schenken. Drehe die Zeiger um 24 Stunden zurück und du wirst neue Zeit erlangen. Doch weiter als sieben Mal lässt sie sich nicht zurücksetzen. Nutze sie gut.
Finde einen Weg Heilung für dich . Nutze sie um Tepeoy zu bezwingen und Merida ausfindig zu machen. Septentrio, Bruder. Erlöse dich, um uns zu erlösen.“
Ein seltsames Ticken drang an Nalars Ohr.
Ehe er sich versah, stand der Wanderer wieder vor Ninetynines Laden.

Perplex schaute er umher. Es war sonnig, die dunklen Wolken hingen noch weit entfernt an den Gipfeln des Berges.
War er eben zurück in die Vergangenheit gelangt?
Er stürmte in das Geschäft, wo er zugleich von einer kräftigen Umarmung Ninetynine´s in Empfang genommen wurde.
Dieses mal ließ er es zu. Es fühlte sich gut an.

„Da bist du ja endlich wieder. Hach wie sehr hab ich dich vermisst. Ich brauche driiiingend deine Hilfe. So viele Kunden und langsam geht mir der Überblick bei den ganzen Pearlkonten verloren.“
Ninetynine kramte wild umher, suchte hier und dort Gläser hinter dem Tresen hervor, gefüllt mit unzähligen Pearl.
„Schön dich zu sehen Ninetynine.“ Eine kleine Träne kullerte über Nalars Wange, die er aber schnell wegwischte ehe die kleine Stoffdoll etwas bemerkte.

„Die Pearls können warten. Wir haben großes vor Ninetynine. Doch dieses Mal werde ich es nicht alleine schaffen. Wir brauchen mehr Hilfe.“

So erzählte er der kleinen Doll von den Geschehnissen der zukünftigen Woche und sie beratschlagten sich, wie sie vorgehen soll.

Von ihrem Tod, hatte Nalar jedoch, nichts erzählt...

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